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Ein Plädoyer für den Anstand

ÖKB Presseaussendung

 

 

 

 

Ein Plädoyer für den Anstand

 

 

Über Anstand wird selten nachgedacht, weil er selbstverständlich sein sollte. Anständig zu sein bedeutet, Rücksicht auf andere zu nehmen, auch wenn einem nicht danach zumute ist, für ältere Menschen Platz zu machen, auch wenn man selbst müde ist, einen kranken Freund zu besuchen, auch wenn man wenig Zeit hat, sich in einer Schlange nicht vorzudrängen, auch wenn man es eilig hat, sich an Regeln zu halten, auch wenn niemand zusieht.

 

Seit einiger Zeit schwappt eine Woge der Anstandslosigkeit um die Welt. Dabei handelt es sich nicht nur um ein moralisches Problem; auf dem Spiel steht das Funktionieren der Gesellschaft selbst.

 

Wir leben in einer Welt, in der der Verlust jeden Anstandes einen Mann nicht daran gehindert hat, Präsident eines großen Landes zu werden. Ein spontaner Shitstorm in den sozialen Medien, den manche über sich ergehen lassen müssen, hätte uns vor nicht allzu langer Zeit vor Entsetzen sprachlos gemacht. Wir erleben, dass Politiker trotz ordentlicher Amtsführung ausgepfiffen und mit Tomaten beworfen werden. Wir leben in einer Welt, in der Autoindustrien Schadstoffwerte manipuliert haben und nichts dabei finden. Wir erleben Fußballspiele, in denen Fans Gegenstände auf das Spielfeld werfen oder Naziparolen singen und als leidenschaftlich gelten.

 

Wir leben inzwischen mit vielem, was eigentlich unerträglich und ohne jeden Anstand ist.

 

Der Anstand ist nicht nur eine oberflächliche Regel, die eine Gesellschaft zum Funktionieren bringt. Der Philosoph Immanuel Kant hat zum Anstand Beispiele genannt, denen ein moralischer Gehalt innewohnt: Leutseligkeit, Freimütigkeit, Höflichkeit, Freundlichkeit, das Teilnehmen am Schicksal anderer Menschen. Wir haben zwar eine, weitgehend den Gesetzen folgende, auch moralisch ambitionierte Gesellschaftsordnung. Anstand ist aber ein Gebot für jeden Einzelnen. Menschen können nur im Zusammenleben mit anderen existieren. Unsere Gesellschaft tendiert dazu, das zu vergessen. Wir ziehen uns in die Sicherheit der eigenen sozialen Schicht zurück und verlieren uns in Arbeit für unsere eigene Bedeutung. Wir basteln am Ich und viel zu selten am Wir. Der Anstand ist eine Sache jedes Einzelnen und damit eine Sache von uns allen.

 

 

 

Es ist Zeit für ein Plädoyer für den Anstand, meint der ÖKB.

 

 

 

 

Graz, am 07. 09. 2017                                                        Dr. Franz Unterasinger, VP ÖKB BV


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