OV St. Michael i. O.

Denkmale

Annabergdenkmal in St. Michael
 
Im Ersten Weltkrieg wurde auf den heutigen Schulgründen bis hin zur Bundesstraße ein großes Lazarettlager errichtet und Kriegsverletzte aus allen Teilen der k. u. k. Monarchie, sowie verwundete Russen und andere Kriegsgefangene gesund gepflegt. Verstorbene wurden auf dem noch heute bestehenden „Soldatenfriedhof“ zur letzten Ruhe gebettet. Am 23. Juli 1916 Eröffnung des Soldatenweges auf den Annaberg – Platzmusik der Regimentskapelle aus Leoben. Die wieder genesenen Soldaten, und hier vor allem die Kriegsgefangenen, errichteten von 1916 bis 1917 unter schwersten Bedingungen das „Kriegserinnerungsdenkmal“ auf dem Annaberg, das an „Lieb Vaterlands große Zeit“ erinnern sollte. Die Inschriften des Denkmales sprechen für sich – sie lauten:
Auf der Ostsseite: “Erbaut 1916 durch die Opferwilligkeit und Arbeitskräfte des Res. Spit. unter dem Spitalskommandanten Dr. Albert Pakh k. ung. Honved-Stabs-Arzt vom akademischen Maler und Bildhauerarchitekten Lst. E. F. Hans Reitinger, Maurermeister Lst. Zgf. Karl Fuchs, als Bauleiter, gefördert durch die Gem. St. Michael, Bezirk und Stadt Leoben u. vieler Freunde d. grünen Mark.“
Auf der Westseite, die dem Platz des ehemaligen Reservespitales zugewendet ist steht unter dem Spruch „Aus lieb Vaterlands großer Zeit“ auf einer Tafel: „Erinnerung an das k.u.k. Reserve-Spital St. Michael, welches, der ruhmvollen 10. Armee angegliedert, zu unserer Helden Nutz und Fromm dort unten errichtet ward“. Das Annabergdenkmal hat eine Grundfläche von 8 mal 4 Metern und eine Höhe von 26 Metern.
Das Kriegserinnerungsdenkmal ist auch heute noch in einem erstaunlich gut erhaltenen Zustand, obwohl es beinahe schon 70 Jahre den Wetterunbilden ausgesetzt ist.


Gedenkstein 1809/1909 nahe dem Walpurgishof in St. Michael
 
Anlässlich der 100-Jahrfeier im Mai 1909 ließ Bürgermeister Jank unweit seines Walburgishofes auf dem schicksalsträchtigen Gefechtsplateau einen schlichten Gedenkstein mit der Aufschrift „Gefecht 25./V.1809“ aufstellen, der im Zuge des Baues des Autobahnknotens St. Michael auf den jetzigen Platz weiter unten an der Bundesstraße übersiedelt wurde. Auf dem ursprünglichen Standort soll bereits 1809 eine hölzerne Kapelle errichtet worden sein, die Erzherzog Johann wieder abreißen ließ.



Soldatenfriedhofes von 1914 bis heute 2011
 
Als Überbleibsel aus der Zeit des ersten Weltkrieges sehen wir den schön gelegenen, am Abhang des Annaberges befindlichen Soldatenfriedhof. Dieser wurde am
18. August 1915 nach dem ersten Todesfall, für die verstorbenen Soldaten des Reservespitales errichtet.
Es wurden dort bis zum Ende des Krieges 410 Tote, gebürtig aus verschiedenen Ländern der alten Monarchie, begraben.
Die meisten Namen der dort Bestatteten sind bekannt, nur in den letzten Umsturztagen (1918) wurden zwei Massengräber ausgehoben, wovon die Namen der Toten nicht bekannt sind.
Der Soldatenfriedhof wurde 1930 umgestaltet – weiße Kreuze befanden sich damals auf den Gräbern verstorbener italienischer Soldaten, die enterdigt und in GRAZ zentral bestattet wurden.
Der Soldatenfriedhof wurde im Laufe der Jahre öfters neu gestaltet und es wurden auch für die im zweiten Weltkrieg gefallenen Pfarrangehörigen symbolische Gräber angelegt.
In einer dort vorgesehenen Gruft befindet sich auch eine größere Zahl von menschlichen Gebeinen, welche im Zuge des Straßenbaues bei der Walpurgiskirche zu Tage kamen und dann 1935 mit schon früheren Ausgrabungen, zum Großteil aus der Schlacht von 1809 stammend, in feierlicher Art in den Soldatenfriedhof überführt worden waren. Oberhalb der Gruft gibt es einen Gedenkstein für die Gefallenen des Gefechtes von 1809.
Das von einem Angehörigen des Reservespitales, dem „Einjährig Freiwilligen“ Reitinger, geschaffene Kriegerdenkmal, mit der Aufschrift „Den Kriegern zur Ehr“, wurde feierlich am 7. November 1915 eingeweiht. Es ist einem Geltungsbedürfnis und der Gleichmacherei am 5. August 1943 zum Opfer gefallen.
Im Jahre 1959 wurde im Soldatenfriedhof neuerlich ein Denkmal zum ehrenden Gedenken an die Gefallenen der Weltkriege 1914 – 1918 und 1939 – 1945 errichtet.
 
Der Soldatenfriedhof wird seit Jahren durch das Schwarze Kreuz und der Ortsgruppe des österreichischen Kameradschaftsbundes betreut. Seit Jahrzehnten schmücken vor  Allerheiligen die Schulkinder, unter Führung der Direktorinnen und der Lehrpersonen, die Gräber der hier Ruhenden. Alljährlich wird seit 1954, unter zahlreicher Beteiligung der Bevölkerung und ortsansässiger Vereine anlässlich des Totengedenkens am
31. Oktober ein Fackelzug zum Soldatenfriedhof durchgeführt.
2007 wurden durch die Ortsgruppe des österreichischen Kameradschaftsbundes in über 1.500 Arbeitstunden die 489 Holzkreuze demontiert, die Lindenbäume, Lärchenbäume und Fichtenbäume geschlägert und aufgearbeitet.
Nach erfolgter Reinigung des Soldatenfriedhofes von Holz- und Baumschnitt wurden die Holzkreuze gesäubert und gestrichen. 40 Kreuze mussten erneuert werden. Anschließend wurden die 489 Holzkreuze wieder auf die ausgerichteten Betonsockel montiert. Es wurde auch der Gedenkstein und die Gruft gereinigt, die Umzäunung des Soldatenfriedhofes saniert und ein Flugdach für die Werkzeughütte errichtet.



Das Denkmal am Soldatenfriedhof
 
Am Soldatenfriedhof ( Verstorbene des Lazaretts des 1. Weltkrieges ) wurden am 25. Mai 1935 die gesammelten Gebeine aus dem Gefecht 1809 feierlich in einer Gruft bestattet und ein Gedenkstein aufgestellt. (Granitstein mit einer Eisenkugel und Adler und 1809 )





Ruthenengedenkstein in St. Michael
                                                                             

Deshalb ein kurzer Rückblick in die Geschichte bis heute: Im 1. Weltkrieg am 16. November 1914 trafen die ersten ruthenischen Flüchtlinge in St. Michael ein. Am 23. November 1914 werden die ruthenischen Flüchtlinge in dem aufgelassenen Emailwerke „Austria“ (heutige Lagerhausgründe) einquartiert. Am 27. November 1914 trifft ein weiterer Flüchtlingstransport ein und es sind bereits 1570 Flüchtlinge im Lager. Bereits zu Weihnachten waren 2200 Flüchtlinge in St. Michael, meistens Ruthenen aus Galizien. Am 27. Dezember 1914 wurde das Ausbrechen einer Flecktyphus-Epidemie festgestellt und die Seuche forderte ca.100 Tote. Um die Verstorbenen nicht durch den ganzen Ort, zum bestehenden Friedhof bei der Pfarrkirche, befördern zu müssen und die Gefahr einer Ansteckung noch zu vergrößern, wurde in aller Eile auf einer Wiesenfläche, hinter dem Besitz Roth, jenseits der Liesing, eine Begräbnisstätte errichtet und dort die Opfer der Seuche bestattet. Dieser Begräbnisort hieß dann in Folge der „Ruthenenfriedhof“. Außer den Flüchtlingen wurde dort niemand begraben und um 1930 die Fläche wieder eingeebnet. Zur Erinnerung an diese Begebenheit wurde am nahen Berghang, neben dem Waldweg auf der Niederung, ein großes Holzkreuz aufgestellt, mit einer Inschrift versehen und mit einer Umzäunung abgeschlossen. Jahre danach wurde das Holzkreuz durch einen Marmorstein ersetzt und mit der Inschrift „Dem Gedenken der galizischen Kriegsflüchtlinge 1914 – 1915“ versehen. Im Jahre 1993 wurde die Gedenkstätte unter dem damaligen Obmann Emil Sammer in zahlreichen Arbeitsstunden mit den Kameraden des Ortsverbandes St. Michael saniert, wobei die teilweise verwitterten Inschriften ersetzt und nachgezogen wurden. In den Jahren danach mussten in vielen Arbeitsstunden die Beschädigungen und Befleckungen durch „Unbekannte“ von den Kameraden Reinhard Sammer, August Gschanes, Herbert Steinkellner und der Pflegerin des Ruthenendenkmales Frau Gertrude Gschanes repariert und gereinigt werden. 2011 war es wieder wiederum soweit, die Umzäunung war vermorscht und musste neu errichtet werden. Unter der Organisationsleitung des Obmannes Friedrich Loinig, dem Kameraden August Gschanes und mit Unterstützung des ÖBH Dienstbetrieb/Militärkommando Steiermark konnte die Umzäunung in zahlreichen Arbeitsstunden neu errichtet werden. Ein großer Dank an alle freiwilligen Helfer die dieses Vorhaben unterstützt haben und ein besonderer Dank an die Betreuerin des Denkmales Frau Gertrude Gschanes.



„Die Pflege der historischen Kriegsgräber und Gedenksteine ist eine zutiefst sittliche, menschliche Aufgabe. Es ist für uns, den ÖKB Ortsverband St. Michael eine verpflichtende Aufgabe diese Gedenkstätten in einem ordnungsgemäßen Zustand zu halten und zu pflegen“. Denkmäler sind keine „Altlasten“ wie manche vermeinen, sie sind Teil unserer Geschichte.

 



schließen